>>Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.<<
Dies war der Leitspruch der Nationalsozialisten, nach dem sie ihre Pädagogik ausrichteten. Die Zukunft der Jugend selbst spielte hierbei jedoch weniger eine Rolle. Vielmehr beabsichtigte man die Zukunft des Nationalsozialismus durch die Instrumentalisierung des Nachwuchses zu sichern.
Die Erziehung der Jugend wurde im ’Dritten Reich’ auf verschiedene Pfeiler gestützt. Neben HJ/BDM und der Familie war die Schule die dritte wichtige Erziehungsinstanz. Einige Fächer, wie Biologie, Deutsch und vor allem den Geschichtsunterricht hielt man für besonders geeignet, um nationalsozialistisches Gedankengut weiterzugeben.
In der folgenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, welche Rolle der Geschichtsunterricht tatsächlich bei der Instrumentalisierung der Jugend gespielt hat. Wurde er zu Propaganda- und Indoktrinationszwecken genutzt?
Anhand von drei Schulbüchern, die zwischen 1933 und 1941 erschienen sind, soll das gezeichnete Geschichtsbild rekonstruiert werden. Die Bücher können Unterschiede aufweisen, welche die Weiterentwicklung der Instrumentalisierung des Unterrichts darlegen. Daran schließt sich die Frage an, ob die Veränderungen der Schulbücher auch zwangsläufig eine Veränderung für den Schulalltag bedeuteten, oder ob andere Instanzen möglicherweise ein wirksameres Instrument zur politischen Indoktrination darstellten.
Die Geschichtsdidaktik im ’Dritten Reich’ ist gut erforscht. Es sind zahlreiche Schulbücher verschiedenster Schulformen und Jahre erhalten. Zunächst wird in Punkt 2 der Geschichtsunterricht ab 1933 an den Höheren Schulen untersucht. Dass sich schon zum Ende der Weimarer Republik spezifisch nationalsozialistische Einflüsse nachweisen lassen, ist unwahrscheinlich. Dennoch kann das Lehrbuch als Quelle für die Ansatzpunkte dienen, auf welche die Nationalsozialisten ihre Pädagogik aufbauten.
Danach wird in Punkt 3 ein Schulbuch aus dem Jahr 1938 untersucht, das in der Volksschule eingesetzt wurde. Wie sieht das Geschichtsbild aus, das fünf Jahre nach der Machtergreifung in den Lehrbüchern abgebildet wird?
Darauf folgt in Punkt 4 die Analyse eines Schulbuches von 1941, das wiederum in den Höheren Schulen zum Einsatz kam. Der Nationalsozialismus stand zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner zweifelhaften Machtentfaltung. Ein maßgebliches Ziel war es, diese Macht auch in Zukunft zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Geschichtsbuch ab 1933
- Inhalt und Ideologie
- Die Quellen
- Fazit
- Das Geschichtsbuch ab 1938
- Inhalt und Ideologie
- Die Quellen
- Fazit
- Das Geschichtsbuch ab 1941
- Inhalt und Ideologie
- Die Quellen
- Fazit
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Geschichtsunterrichts im Dritten Reich bei der Instrumentalisierung der Jugend. Anhand dreier Schulbücher aus den Jahren 1933, 1938 und 1941 soll das gezeichnete Geschichtsbild rekonstruiert und die Weiterentwicklung der Instrumentalisierung des Unterrichts aufgezeigt werden. Außerdem wird untersucht, ob die Veränderungen der Schulbücher auch den Schulalltag beeinflussten oder ob andere Instanzen eine größere Rolle bei der politischen Indoktrination spielten.
- Analyse des Geschichtsbildes in verschiedenen Schulbüchern
- Untersuchung der Ideologie und Propaganda in den Schulbüchern
- Bewertung des Einflusses der Schulbücher auf den Geschichtsunterricht
- Bedeutung der Quellen und deren Rolle im Geschichtsunterricht
- Vergleich des Geschichtsunterrichts an höheren Schulen und Volksschulen
Zusammenfassung der Kapitel
Das Geschichtsbuch ab 1933
Das erste analysierte Schulbuch erschien 1933 und ist für den Unterricht in der Oberstufe der höheren Schulen gedacht. Trotz des Amtsantritts Adolf Hitlers wird zunächst keine Verfärbung durch nationalsozialistisches Gedankengut deutlich. Die Nationalsozialisten setzten zunächst auf Maßnahmen wie nationale Feiern und Rundfunkübertragungen, um die Jugend für den Nationalsozialismus zu gewinnen. Das Buch zeigt jedoch bereits die Grundzüge des national-konservativen und kriegerischen Gedankenguts, das später in der NS-Propaganda eine zentrale Rolle spielte.
Das Geschichtsbuch ab 1938
Dieses Schulbuch, das in der Volksschule eingesetzt wurde, zeigt fünf Jahre nach der Machtergreifung die Weiterentwicklung des Geschichtsbildes im Nationalsozialismus. Es wird untersucht, wie die Geschichte im Sinne der NS-Ideologie interpretiert und dargestellt wird. Das Buch bietet einen Einblick in die Methode der Geschichtsverfälschung durch die Nationalsozialisten und die gezielte Instrumentalisierung der Jugend durch den Geschichtsunterricht.
Das Geschichtsbuch ab 1941
Das letzte analysierte Schulbuch, das in den höheren Schulen zum Einsatz kam, zeigt den Nationalsozialismus auf dem Höhepunkt seiner Macht. Es wird untersucht, wie das Geschichtsbild und der Geschichtsunterricht dazu beitrugen, die Macht des Nationalsozialismus zu festigen und in die Zukunft zu tragen. Das Buch bietet einen Einblick in die Methoden, die der NS-Regierung zur Verfügung standen, um die Jugend für ihre Ideologie zu gewinnen und zu kontrollieren.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Drittes Reich, Schulbücher, Ideologie, Propaganda, Instrumentalisierung der Jugend, Geschichtsbild, Quellen, Volksschule, höhere Schule, nationalsozialistische Pädagogik, Nationalsozialismus, NS-Propaganda.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2004, Der Geschichtsunterricht im Dritten Reich. Analyse dreier Schulbücher, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43237