1967 gründet YUNUS in Bangladesch die Grameen Bank und beginnt Mikrokredite an die bedürftige Bevölkerung zu verteilen. Er ermöglichte ihnen dadurch eine finanzielle Unabhängigkeit und einen Weg aus der Armut zu erlangen. YUNUS zeigt auf diese Weise, dass es möglich ist, eine sich selbst finanzierende Organisation aufzubauen. Er revolutionierte das Kreditgeschäft und legte Grundstein für das Social Entrepreneurship.
Das Interesse an diesem Bereich ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Besonders der Begriff Social Entrepreneurship gewinnt in Deutschland zunehmend an Popularität. Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit sprechen dem sozial-orientierten Unternehmertum eine wachsende Bedeutung zu.
Prominente Social Entrepreneure gab es bereits in der Vergangenheit und ist kein modernes Phänomen des Entrepreneurships, u.a. Friedrich von Bodelschwingh, Henry Dunant und Mutter Theresa. Auch Franz von Assisi, Friedrich W. Raiffeisen und Maria Montessori zählen zu den Vorreitern des heutigen Social Entrepreneurships.
In diesem Zusammenhang stellen sich die Fragen was ein Social Entrepreneur ist und welche Merkmale und Antriebe besitzen diese Art von Entrepreneure? Welche grundlegenden Charakterzüge können ihnen zugeordnet werden? Und stimmen Literatur und Praxis überein?
In dem folgenden Abschnitt wird zunächst der Entrepreneur theoretisch definiert. Insbesondere wird auf den Social Entrepreneur näher eingegangen. Anschließend wird in der vorliegenden Arbeit die charakteristischen Züge und die Anreize verdeutlicht, welche eine Person dazu bewegen, sich diesem Gebiet zu widmen. Des Weiteren beinhaltet der empirische Teil der Arbeit drei Experteninterviews. Zur Verfügung gestellt haben sich Kristina Notz von der Social Entrepreneur Akademie München, Romek Vogel von umwelthauptstadt.de und Michael Pirker von Projecttogehter.org.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Theorie
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Merkmale und Anreize
2.3 Aktionsfeld
3 Empirie
3.1 Untersuchungsdesign
3.1.1 Vorbereitung und Zielsetzung des Interviewleitfadens
3.1.2 Inhalt des Interviewleitfadens
3.2 Auswertung
3.2.1 Verfahren
3.2.2 Ergebnisse
3.2.2.1 Persönliche Entwicklung
3.2.2.2 Unternehmerische Entwicklung
3.2.2.3 Auswirkungen und Zukunftsperspektive
4 Diskussion
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Diskussion der Methode
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Merkmale, Antriebe und Charakterzüge von Social Entrepreneuren, um zu analysieren, ob theoretische Definitionen aus der Fachliteratur mit der praktischen Realität übereinstimmen.
- Theoretische Grundlagen des klassischen Unternehmertums und Social Entrepreneurships
- Analyse der persönlichen Motive und Anreize sozial-unternehmerisch agierender Personen
- Untersuchung verschiedener Organisationsformen (Non-Profit, For-Profit, Hybrid)
- Empirische Erhebung durch Experteninterviews mit Vertretern relevanter Institutionen
- Kritische Reflexion der Rolle des Social Entrepreneurs in einer globalisierten Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung
Im folgenden Abschnitt werden die Begriffe des Entrepreneur und des Social Entrepreneur erläutert. Social Entrepreneurship bildet eine Unterkategorie des klassischen Unternehmertums.7
Der Begriff des Entrepreneur stammt von dem französischen Wort ‚entreprendre‘ ab, welches sinngemäß mit ‚etwas unternehmen‘ oder ‚in die eigenen Hände nehmen‘ übersetzt werden kann.8
Der Entrepreneur wird von vielen Experten als das wichtigste Element des Unternehmertums angesehen. Er entwickelt eine Idee und setzt diese anschließend mit den relevanten bzw. verfügbaren Ressourcen in die Realität um.9
Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es kein eindeutig festgelegtes, deutsches Synonym für Entrepreneurship. In nahezu allen Werken der englischsprachigen Literatur wird der Unternehmer jedoch als Entrepreneur, ebenso das Unternehmertum als Entrepreneurship übersetzt.10
Der Social Entrepreneur richtet sein Handeln vollkommen nach dem Ziel der gesellschaftlichen Wertschaffung aus.11 In der Literatur existiert allerdings keine einheitliche Definition. DACIN, DACIN & MATEAR (2010) verdeutlichen dies anhand einer Zusammenschrift von 37 verschiedenen Definitionen.12 Für einige Autoren der Metaanalyse führt der gesellschaftliche Unternehmer eine sozial-orientierte Organisation, welche auf
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Social Entrepreneurships ein, beleuchtet historische Vorbilder und definiert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Unternehmertums dargelegt und der Begriff des Social Entrepreneurs sowie seine Merkmale und Aktionsfelder erläutert.
3 Empirie: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Experteninterviews, deren inhaltliche Struktur und die Auswertung der gesammelten Daten.
4 Diskussion: Die gewonnenen Ergebnisse aus der empirischen Untersuchung werden hier kritisch reflektiert und mit den theoretischen Ansätzen aus Kapitel 2 in Beziehung gesetzt.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Theorie und Praxis im Bereich des Social Entrepreneurships weitgehend übereinstimmen.
Schlüsselwörter
Social Entrepreneurship, gesellschaftliche Wertschöpfung, Unternehmertum, soziale Innovation, Experteninterview, qualitative Inhaltsanalyse, Triple Bottom Line, Nachhaltigkeit, Non-Profit, For-Profit, Hybrid-Modell, Motivation, Zivilgesellschaft, unternehmerisches Handeln, Zielsetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identität und den Beweggründen von Social Entrepreneuren und prüft, inwiefern sich diese in der Praxis von klassischen Unternehmern unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung des Social Entrepreneurships, die Analyse der persönlichen und unternehmerischen Entwicklung der Akteure sowie deren Finanzierungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, Merkmale und Antriebe von Social Entrepreneuren zu erforschen und durch Experteninterviews zu validieren, ob wissenschaftliche Theorien die Realität zutreffend beschreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring auf Basis von schriftlichen Experteninterviews per E-Mail durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung des Untersuchungsdesigns, die Auswertung der Experteninterviews und eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Wertschöpfung, unternehmerisches Handeln, gesellschaftlicher Wandel, Nachhaltigkeit und das Streben nach einer Triple Bottom Line geprägt.
Wie unterscheiden sich die befragten Organisationen in ihrer Finanzierung?
Die untersuchten Organisationen nutzen unterschiedliche Modelle: Die Social Entrepreneurship Akademie agiert als Non-Profit, Umwelthauptstadt.de verfolgt einen For-Profit-Ansatz und Projecttogether.org fungiert ebenfalls als Non-Profit-Organisation.
Können Social Entrepreneure den klassischen Entrepreneur in Zukunft ablösen?
Die befragten Experten verneinen dies einstimmig; sie betonen vielmehr die Notwendigkeit, dass alle Unternehmer zukünftig vermehrt nach sozialen und ökologischen Werten (Triple Bottom Line) agieren sollten.
- Quote paper
- Sophia Fischer (Author), 2015, Merkmale und Antriebe eines Social Entrepreneurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/314113