Der Gedanke an die Unfassbarkeit des Todes bestimmt seit Jahrhunderten das traditionelle philosophische Denken der westlichen Kultur. Vor allem die Unfassbarkeit des Todes durch das Denken lässt den Tod im Dasein als Rätsel erscheinen. Jedes Sprechen über den Tod gleicht einem Dilemma. Aus eigener Erfahrung kann keiner der Lebenden sagen, was der Tod ist. Die Verstorbenen können nicht befragt werden, jedoch könnten nur sie sagen, was dem Menschen im Tod geschieht, falls sie durch ihn hindurch zu einer neuen Weise der Existenz gelangt sind. Der Tod ist mehr als der Endpunkt eines Prozesses des Alterns. Er ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und Lebenswelt, jedoch können wir ihn nicht umfassend definieren. Ist der Tod eingetreten, kann er mit einiger Sicherheit als solcher erkannt werden. Aber die Grenze, welche das Leben vom Nicht-Leben trennt, entzieht sich einer genauen Beschreibung. So ist auch die Beschreibung des Lebens nicht ohne Schwierigkeiten verbunden. Der Tod verkörpert das un-ausweichliche Ereignis des menschlichen Lebens. Dieses Ereignis ist mit absoluter Gewissheit zu erwarten. Jedoch ist gleichzeitig das Wesen des Todes in ein tiefes Geheimnis gehüllt. Der Mensch wird nicht erst in der Todesstunde zum Sterblichen, sondern ist es von Geburt an. Geboren werden heißt in eine Welt eintreten, „in der man sich den Tod holen wird“. Zumeist in nicht-westlichen Kulturen herrschen religiöse und weltanschauliche Werte, welche es den Menschen erleichtern, den Tod zu erfahren und ihn als existentiellen Tatbestand anzunehmen. Grundsätzlich betrachten diese Kulturen den Tod nicht als das völlige Ende der Existenz, sondern sie glauben vielmehr, dass das Bewusstsein oder der Geist oder auch das Leben in einer anderen Form über den Grad des physiologischen Endes hinaus andauert. Es herrschen sehr spezielle und unterschiedliche Vorstellungen vom Leben nach dem Tod. Der Tod wird demnach als Übergang oder Verwandlung gewertet und nicht als völlige Auslöschung der Person. Jedoch stellt sich – unabhängig von Kultur, Religion und Weltanschauung – die zentrale Frage, ob der Tod in letzter Instanz nicht alle Menschen gleich macht, weil sie eben sterben und somit gleich sind. Oder muss der Frage nachgegangen werden, ob nicht jeder Mensch seinen eigenen Tod stirbt und daher der Tod die Menschen nicht gleich macht. In diesem Zusammenhang soll diese Arbeit die These prüfen: Der Tod macht alle Menschen gleich – weil wir sterben, sind wir gleich.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Eine Annäherung an die Themen Tod und Leben
- Definitionsversuch der Begriffe Tod und Leben
- Sterben und Tod aus biologisch-medizinischer Sicht
- Über die Gewissheit des Todes als Problem der Philosophie
- Zum Verhältnis von Sterben und Tod und die These: Der Tod macht alle Menschen gleich – weil wir sterben, sind wir gleich
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der Tod alle Menschen gleich macht, weil sie sterben und somit gleich sind. Die Analyse der These „Der Tod macht alle Menschen gleich - weil wir sterben, sind wir gleich" steht im Mittelpunkt.
- Das Wesen des Todes und die Unfassbarkeit seines Konzepts
- Die philosophische und wissenschaftliche Definition von Tod und Leben
- Das Verhältnis von Sterben und Tod in verschiedenen Kulturen
- Die Rolle des Hirntodes in der modernen Medizin
- Die Bedeutung des Todes für die menschliche Existenz
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die philosophische und kulturelle Bedeutung des Todes, insbesondere die Unfassbarkeit des Todes als Konzept. Die These "Der Tod macht alle Menschen gleich – weil wir sterben, sind wir gleich" wird vorgestellt.
- Eine Annäherung an die Themen Tod und Leben: Dieses Kapitel betrachtet die Definition von Tod und Leben aus verschiedenen Perspektiven, einschließlich einer biologisch-medizinischen Analyse. Die Gewissheit des Todes und seine philosophische Implikationen werden untersucht.
Schlüsselwörter
Der Tod, Leben, Sterben, Gleichheit, Philosophie, Biologie, Medizin, Hirntod, Kultur, Existenz, Weltanschauung.
- Quote paper
- Carolin Bengelsdorf (Author), 2012, Der Tod macht alle Mensche gleich - weil wir sterben, sind wir gleich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195357