Viele Familien heutzutage bestehen nicht mehr aus Vater, Mutter und einem oder mehreren Kindern. Im Jahr 2002 wurden in Österreich 46 % aller Ehepaare geschieden. 19.000 Kinder waren davon betroffen. Somit steigt die Zahl an allein erziehende Müttern, aber auch Vätern immer weiter an. Ebenso vermehren sich die so genannten Stieffamilien, die auch Patchworkfamilien genannt werden.
In der Gesellschaft wurde dies jedoch lange Zeit nicht wahrgenommen. Es gab kaum Studien, Beratungsstellen oder Therapeuten, die sich speziell mit den Problemen der Patchworkfamilien auseinandersetzten. Gott sei Dank hat sich dies in den letzten 25 Jahren sehr verändert. Das Ehepaar Emily und John Visher begannen als eine der ersten über Stieffamilien zu schreiben, und aufzuzeigen welche Probleme eine solche mit sich bringt. Von ihnen wurde auch die Bezeichnung „stephfamiliy“ in der amerikanischen Fachliteratur erstmals eingeführt.
Das es für ein Kind, dass zuerst in einer ganz „normalen“ Familie aufwuchs, zum Problem wird wenn sich plötzlich die Eltern scheiden lassen ist ganz klar. Was bedeutet es aber für dieses Kind wenn die Mama auf einmal jemand neues kennen lernt, dieser bei ihnen einzieht und womöglich noch ein eigenes Kind mitbringt, oder die beiden ein gemeinsames Kind bekommen? Nun treten viele Schwierigkeiten für das Kind, aber auch die anderen Mitglieder der Familie auf. Es gibt plötzlich nicht mehr nur den einen, den richtigen Vater, sondern auch einen Stiefvater, Halbgeschwister, mehrer Großeltern usw. Jedes Kind reagiert anders auf diese neue Familienkonstellation, manche kommen vielleicht nicht mit den neuen Mitgliedern aus, andere haben keine Probleme ihren Platz in der neuen Familie zu finden.
In meiner Arbeit möchte ich darstellen mit welchen Problemen eine Patchworkfamilie zu kämpfen hat, und wie eine Therapie mit einer solchen aussehen kann. Zunächst möchte ich jedoch auf die verschiedensten Typen von Stieffamilien eingehen, denn es gibt hierbei viele Möglichkeiten der Zusammensetzung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Typen von Patchworkfamilien
- Stiefmutterfamilien
- Stiefvaterfamilien
- Zusammengesetzte Stieffamilien
- Stieffamilien mit gemeinsamem Kind bzw. gemeinsamen Kindern
- Probleme in Patchworkfamilien
- Belastungen für das Paar in der Stieffamilie
- Belastungen für Kinder in der Stieffamilie
- Rollen, Positionen und Aufgaben in der Patchworkfamilie
- Therapie mit Patchworkfamilien
- Ziele für Beratung oder Therapie mit Patchworkfamilien
- Die familientherapeutische Orientierung
- Die Phasen der Therapie
- Die therapeutische Arbeit mit Stiefkindern
- Der Therapeut in der Arbeit mit Patchworkfamilien
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Chancen von Patchworkfamilien, die im Zuge der steigenden Scheidungsraten immer häufiger vorkommen. Sie beleuchtet die unterschiedlichen Arten von Patchworkfamilien und untersucht die spezifischen Belastungen für Paare und Kinder in diesen Familienformen. Die Arbeit verdeutlicht, wie eine Therapie in der Zusammenarbeit mit Patchworkfamilien gestaltet werden kann und welche Rolle der Therapeut dabei einnimmt.
- Die verschiedenen Typen von Patchworkfamilien
- Die besonderen Herausforderungen und Belastungen in Patchworkfamilien
- Die Rolle des Therapeuten in der Arbeit mit Patchworkfamilien
- Die Bedeutung der Kommunikation und Kooperation in Patchworkfamilien
- Die Relevanz von Therapie und Beratung für die Bewältigung der Herausforderungen in Patchworkfamilien
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit vor, indem sie auf die Zunahme der Patchworkfamilien in der heutigen Gesellschaft aufmerksam macht. Sie erläutert die Notwendigkeit, sich mit den spezifischen Herausforderungen dieser Familienform auseinanderzusetzen.
Das zweite Kapitel widmet sich der Klassifizierung von Patchworkfamilien. Es werden verschiedene Typen von Patchworkfamilien vorgestellt, wie die Stiefmutterfamilie, die Stiefvaterfamilie, die zusammengesetzte Stieffamilie und die Stieffamilie mit gemeinsamem Kind bzw. gemeinsamen Kindern.
Im dritten Kapitel werden die verschiedenen Belastungen für Paare und Kinder in Patchworkfamilien beleuchtet. Es werden die Herausforderungen, die mit der Anpassung an die neue Familienkonstellation einhergehen, detailliert beschrieben.
Schlüsselwörter
Patchworkfamilie, Stieffamilie, Familientherapie, Eheberatung, Trennung, Scheidung, Belastungen, Herausforderungen, Kommunikation, Kooperation, Rollenklärung, Adaption, Therapeut, Familienleben, Integration, Identitätsfindung.
- Quote paper
- Elke Mohr (Author), 2003, Patchworkfamilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/14209